Dokumentation der Bahninfrastruktur der Rhätischen Bahn AG

12. Mai 2020GEOBOX AG 

Das 384 Kilometer lange Streckennetz der Rhätische Bahn AG (RhB) fasziniert mit eindrücklichen Zahlen: Ein Drittel befindet sich auf über 1 500 Meter über Meer. Ein Drittel zählt zum UNESCO Welterbe RhB und ein Fünftel befindet sich auf oder in Kunstbauten.

Mit den Regional- und Güterzügen sowie dem Autoverlad am Vereina sorgen die RhB für zuverlässige Transportketten im Kanton Graubünden. Mit den Panoramazügen Bernina Express und Glacier Express sowie dem UNESCO Welterbe «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina» verfügen sie über Marken von weltweiter Bekanntheit. Marken, welche die Rhätische Bahn zusammen mit unseren touristischen Partnern pflegen und positionieren.

Die gesamte Infrastruktur benötigt neben einem einwandfreien Betrieb eine zuverlässige und detaillierte Dokumentation.

Seit 2010 dokumentiert die RhB einen Grossteil der Infrastrukturinformationen in ihrem GIS System. Dabei setzt man auf die Produkte von Autodesk mit AutoCAD Map 3D. Heute werden in Autodesk AutoCAD Map 3D über 1.5 Mio. Linien, Punkt- und Flächenobjekte verwaltet. Die Informationen über 545 Kilometer Gleis und Trasseinformationen werden von 43 Benutzern in AutoCAD Map 3D in der Planung und Dokumentation sowie unterwegs über die mobile Lösung von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RhB genutzt. Die grosse Flexibilität des GIS Systems hat der RhB die Möglichkeit gegeben, die Lösung auf deren Bedürfnisse optimal anzupassen.

Die Lösung fand in der Vergangenheit bei weitere Bahnunternehmen Anklang und steht heute auch bei den Appenzeller Bahnen AG im Einsatz. Die «RhB RailApp» wie die Lösung heute genannt wird, steht nun mitten in der Überarbeitung, wo die Erfahrungen aus den letzten Jahren sowie die Anforderungen beider Bahnunternehmen konsolidiert werden. Die GEOBOX AG führt die Konsolidierungsarbeit durch und bringt die «RhB RailApp» in ein neues Kleid.

Abbildung: Landwasserviadukt; UNESCO Welterbe RhB
Abbildung: Landwasserviadukt; UNESCO Welterbe RhB

Einsatz der «RhB RailApp»
«RhB RailApp» dient der RhB zur umfassenden Dokumentation der Fachbereiche Kunstbauten, Bahndienst und elektrotechnische Anlagen.
Das System wird im Fachbereich I-LS-GG (Infrastruktur/Logistik-Services/GIS/Geomatik) betreut und unterhalten.
Fachinformationen werden von den drei einzelnen Fachbereichen gepflegt.
Diese sind:

  • Gleisgeometrien
  • Fahrleitung (Elektrotechnische Anlagen/Fahrleitung)
  • Signale (Elektrotechnische Anlagen/Sicherungsanlagen)

Änderungen werden über die Fachbereiche hinweg unterschiedlich schnell aktualisiert. Je nach Einflussfaktor werden Daten sofort oder per Ende des Jahres ergänzt und weiteren Benutzern zur Verfügung gestellt.
Der Fokus bei der Aktualisierung liegt bei betriebs und sicherheitsrelevanten Themen, aus welchen Entscheide, wie zum Beispiel Fahrplanveränderungen daraus abgeleitet werden können. Gerade die Optimierung der sicherheitsrelevanten Themen hat mitunter zu Ergänzungen der «RhB RailApp» geführt und bilden einen Mehrwert der Applikation.

Ziel der Überarbeitung
Aus den Wünschen und Anforderungskatalogen der RhB wie auch der Appenzeller Bahnen AG definierte sich das Ziel der Überarbeitung relativ klar auf eine sehr starke Überarbeitung und Konsolidierung des Datenmodells.

Mehrwert der Lösung
Neben der erwähnten Modellüberarbeitung und Konsolidierung sind mit dem Ausbau der Bereiche Gleissicherung bei Signal Bahnübergängen und Bahnschranken sowie die gesamte Integration des Leitungskatasters, basierend auf der Modellvorgabe nach LKMap gemäss SIA, wichtige Mehrwerte geschaffen worden.

Zusätzlich werden die Fahrleitungsinformationen ausgebaut und vereinheitlicht. Die bisherige Verwaltung von CAD-Elementen in der Datenbank werden durch eine Datenmodellstruktur mit den entsprechenden Anforderungen des Fachbereiches ersetzt.
Spezialitäten der Lösung
Die Lösung für Bahninfrastrukturen ist mitunter auch für Bahntechnische Spezialitäten vorbereitet, welche sich in der «RhB RailApp» hervorragend präsentiert.

Zwei Spezialitäten der Anwendung sind besonders hervorzuheben:

Lineares Referenzsystem (LRS)
Das LRS berücksichtigt die absoluten Kilometer der Bahnlinienkilometrierung. Das heisst, die Bahntechnische Kilometrierung mit dem Nullpunkt (0-KM) beim Linienangang sowie mögliche Kilometersprünge (Fehlerkilometer) werden berücksichtigt. Somit kann die Übereinstimmung der Netzdokumentation mit den Hektometersteinen- oder -tafeln gewährleistet werden. Diese Angaben übernehmen eine wichtige Identifizierungsfunktionen im Bahnbetrieb.
Anbindung an «Toporail» der SBB
Die Berechnung von neuen Gleisgeometrien ist sehr komplex und ist verschiedenen Berechnungsparametern ausgesetzt. Sie SBB liefert dazu die Berechnungssoftware «Toporail», welche die in der Schweiz geltenden Normen und Vorgaben für die Berechnung von Gleisverläufen berücksichtigt. So ist es auch für die Rhätische Bahn von grossem Nutzen Neuerungen und Anpassungen der Gleisverläufe mittels dieser Lösung zu berechnen.
Die Anbindung der Berechnungssoftware erfolgt über die Schnittstelle, welche den Export zur Berechnung und Import der neuen Gleisgeometrien lückenlos ermöglicht.

Ausbau und Ziel
Die «RhB RailApp» wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle bei der Dokumentation der Infrastrukturdaten haben. Anbindungen an das zentrale ERP stehen als nächster Schritt an. Die daraus resultierenden Gesamtdaten werden wiederum auch in das Thema der Einführung von BIM Prozessen zentral sein, welche die RhB sich zum Ziel gesetzt hat.

GEOBOX als Entwicklungsdienstleister
Die GEOBOX AG übernimmt in dieser Überarbeitungszeit eine wesentliche Rolle ein. In der ersten Phase unterstützen wir die Konsolidierung der Datenmodelle. Im Gespräch mit der RhB sowie den Appenzeller Bahnen AG fokussiert sich die Arbeit der GEOBOX AG, die Anpassungen und Erweiterungen dahingehend zu verbessern, sodass programmtechnische Anpassungen und Frontend Themen in einem optimalen Zusammenspiel angewendet werden können. Unser Knowhow aus den mehrjährigen Entwicklungstätigkeiten basierend auf AutoCAD Map 3D, setzen wir bei dieser Aufgabe vollumfänglich ein.
Daraus folgen passende Funktionen und Plug-ins aus der Entwicklungsabteilung.

«Alles aus einer Hand»
Als Dienstleister liefern wir unseren Auftraggebern mitunter auch die Gewähr, dass die Lösungen vollumfänglich aus dem Team der GEOBOX AG entstehen.
So hat der Auftraggeber jeweils die Sicherheit auch bei zukünftigen Optimierungen und Erweiterungen auf internes bestehendes Knowhow zählen zu dürfen.
Kurze und einfache Kommunikationswege kommen dabei zum Einsatz.

Zögern Sie nicht uns bei Entwicklungswüschen zu Themen mit Raumbezug aus der 2D wie 3D Welt zu kontaktieren. Wir freuen uns Ihnen mit unserem Knowhow in Kombination mit dem breiten Produkteangebot von Autodesk optimal abgestimmte Lösungen anzubieten.

Abbildung: Abbild der grossen Informationsmenge im GIS System
Abbildung: Abbild der grossen Informationsmenge im GIS System

Publiziert am 12. Mai 2020 im GEOMATIK Schweiz 05/20

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